Freitag, 01. Februar 2019 09:21 Uhr

Geplante Schließung der Zuckerfabrik in Warburg

Warburg (red). Der Vorstand der Südzucker AG hat in seiner Sitzung am Donnerstag seinen Restrukturierungsplan für das Segment Zucker konkretisiert. Der Restrukturierungsplan soll in der heutige Aufsichtsratssitzung vorgestellt werden. Dies folgt der angekündigten Überprüfung der Strategie des Segments Zucker vor dem Hintergrund des anhaltend schwierigen globalen und europäischen Marktumfelds, das maßgeblich von einem historisch niedrigen Preisniveau innerhalb der EU geprägt ist.

Mit dem Restrukturierungsplan verfolgt der Vorstand der Südzucker AG das Ziel, die Auswirkungen der starken Preisschwankungen an den globalen Zuckermärkten und in der EU auf das Segment Zucker zu verringern und damit den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens nachhaltig zu sichern und zu stärken. Der Restrukturierungsplan sieht Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette vor. In Betracht gezogen werden in Deutschland und weiteren europäischen Ländern neben weiteren allgemeinen Kostensenkungsmaßnahmen in den Verwaltungen auch Kapazitätsanpassungen, die auch zu Werksschließungen mit einer Reduktion des Zuckerproduktionsvolumens von bis zu rund 700.000 Tonnen pro Jahr führen können.

„Ich bedaure sehr, dass die Zuckerfabrik in Warburg mit circa 60 Mitarbeitern geschlossen werden soll. Die Entscheidung des Vorstands der Südzucker AG trifft mich und viele Beteiligte im Kreis Höxter unerwartet. Landrat Spieker, Bürgermeister Stickeln, der Bundestagsabgeordnete Christian Haase und ich werden zur Zentrale der Südzucker AG fahren und dort ein Gespräch mit der Geschäftsleitung führen. Wir hoffen sehr, dass die Fabrik nicht geschlossen wird. Wichtig ist auch, dass es innerhalb der EU nicht weiter zu Wettbewerbsnachteilen aufgrund von ungleichen Rübenbeihilfen und Unterschieden bei der Pflanzenschutzmittelzulassung kommt. Die heimischen Bauern müssen die gleichen EU-Beihilfen erhalten wie Bauern in anderen EU-Staaten. Zudem muss der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln einheitlich geregelt werden. Durch das Verbot von Neonicotinoid-haltiger Rübenbeize kommt es vermehrt zu Ertragsverlusten und Einkommenseinbußen bei den Rübenbauern in Deutschland. Es muss eine ganzheitliche Lösung für diese Probleme gefunden werden. Ich werde die Stadt Warburg unterstützen und mich dafür einsetzen, dass die Zuckerfabrik dort erhalten bleibt“, erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Goeken.

Südzucker hingegen erklärt:„Ziel ist es, die Kapazitäten stärker am Bedarf des europäischen Marktes auszurichten. Der gesamte Kosteneinsparungseffekt kann sich auf bis zu rund 100 Millionen Euro pro Jahr belaufen. Die Durchführung der vom Vorstand geplanten Restrukturierung bedarf der Zustimmung des Aufsichtsrats. Beschlüsse werden nach weiteren Beratungen mit dem Aufsichtsrat in den nächsten Wochen angestrebt. Der Vorstand wird zeitnah die Betriebsräte und die Arbeitnehmer über den Stand seiner Planungen unterrichten."

Foto: Symbolfoto

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