Kreis Höxter (TKu). Die nachhaltige Hackschnitzel-Heizanlage am Schulzentrum Höxter war Ziel eines Informationsbesuchs des heimischen Bundestagsabgeordneten Christian Haase in Höxter. Im Mittelpunkt stand die nachhaltige Energieversorgung mit dem nachwachsenden Brennstoff Holz, die technische Umsetzung dieser modernen Anlage, ihre Bedeutung für die regionale Energieversorgung sowie die politischen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Holz als erneuerbare Energiequelle. Die Vorteile einer solchen Anlage erläuterte Martin Bentele, Geschäftsführer des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbandes (DEPV) sowie des Deutschen Pelletinstituts aus Berlin. Die technische Funktionsweise der seit rund zwei Jahren betriebenen Hackschnitzel-Anlage erklärte hingegen Marc Becker, Geschäftsführer des Höxteraner Unternehmens Gebrüder Becker GmbH & Co. KG, die auf Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik spezialisiert ist.
„An der durch den Bund geförderten Hackschnitzel-Heizungsanlage angeschlossen ist das gesamte Schulzentrum der weiterführenden Schulen, das Hallenbad sowie die Geflüchtetenheime“, erklärte Becker während der Besichtigung. Dabei stellte er die einzelnen Komponenten der Anlage vor und erläuterte die Energieversorgung der angeschlossenen Gebäude. Nach Angaben von Martin Bentele handelt es sich bei modernen Holzheizungen um eine wirtschaftlich attraktive Lösung, die insbesondere durch bestehende Förderprogramme unterstützt werde. Der eingesetzte Brennstoff sei klimafreundlich und in großer Menge verfügbar, insbesondere im Kreis Höxter, der über umfangreiche Waldflächen verfüge. Dies mache Holz zu einem regionalen Energieträger mit kurzen Transportwegen und hoher Versorgungssicherheit. Solche Anlagen seien in der Anschaffung zwar kostenintensiver, würden aber aufgrund ihrer umweltfreundlicheren noch sehr gut gefördert.
Kritisch äußerte sich Bentele jedoch zu geplanten Regelungen im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Aus seiner Sicht werde Holz als Energieträger dort benachteiligt. Künftig müssten Betreiber neuer Holzheizungen einen umfangreichen Nachhaltigkeitsnachweis erbringen, der mit zusätzlichem bürokratischem Aufwand und höheren Kosten verbunden sei. Bentele hält dies für unnötig, da in Deutschland und Europa bereits seit Jahrzehnten nachhaltige Forstwirtschaft gesetzlich geregelt und überwacht werde. „Wenn man Bürokratieabbau praktizieren möchte, dann wäre das genau der richtige Ansatz, diesen Nachhaltigkeitsnachweis abzuschaffen“, sagte Bentele und gab diese Forderung dem Bundestagsabgeordneten mit auf den Weg.
Darüber hinaus sprach sich der Verbandsvertreter für eine verlässliche und langfristige Förderung erneuerbarer Heizsysteme aus. Moderne Holzheizungen seien zwar in der Anschaffung häufig teurer als fossile Alternativen, überzeugten jedoch durch ihre hohe Effizienz, ihre Klimafreundlichkeit und ihre langfristige Wirtschaftlichkeit. Förderprogramme hätten wesentlich dazu beigetragen, dass sich immer mehr Eigentümer für erneuerbare Heiztechnologien entscheiden. Bentele betonte außerdem die besondere Rolle von Holz bei der Wärmewende. Holzwärme sei in Deutschland breit verfügbar, technisch ausgereift, emissionsarm und versorgungssicher. Gleichzeitig stärke die Nutzung heimischer Rohstoffe den ländlichen Raum und reduziere die Abhängigkeit von importierten Energieträgern. Gerade Regionen mit einem hohen Waldanteil könnten von einer stärkeren Nutzung regionaler Holzenergie profitieren. Auch mit Blick auf die aktuelle politische Diskussion um das Gebäudemodernisierungsgesetz plädierte Bentele für Technologieoffenheit. Holzenergie leiste bereits heute einen bedeutenden Beitrag zur erneuerbaren Wärmeversorgung in Deutschland und solle deshalb gleichwertig neben anderen erneuerbaren Technologien berücksichtigt werden. Zusätzliche bürokratische Hürden könnten nach seiner Einschätzung Investitionen erschweren und die Akzeptanz der Wärmewende beeinträchtigen.
Christian Haase zeigte sich bei der Besichtigung beeindruckt von der Anlage und ihrer Leistungsfähigkeit. Er erinnerte daran, dass das Projekt seinerzeit breite politische Unterstützung erhalten habe und bewertete die damalige Entscheidung als richtig. „Diese Anlage war genau die richtige Entscheidung“, betonte der Bundestagsabgeordnete. Besonders erfreulich sei, dass hier regionale Wertschöpfung und Klimaschutz miteinander verbunden würden. Der ländliche Raum nehme bei der Nutzung regionaler Energieträger häufig eine Vorreiterrolle ein. Das gelte auch für die Hackschnitzel-Anlage in Höxter. Haase hob hervor, dass der für die Anlage benötigte Energieträger direkt aus dem Kreis Höxter stamme. Dadurch werde nicht nur die Versorgungssicherheit erhöht, sondern auch die regionale Wirtschaft gestärkt. Die Nutzung heimischer Ressourcen sei ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Energieversorgung.
Einen weiteren Aspekt unterstrich Marc Becker. Nicht nur der Brennstoff komme aus der Region, sondern auch die Umsetzung des gesamten Projekts sei durch Unternehmen aus dem Kreis Höxter erfolgt. Die Planung, Installation und technische Betreuung der Anlage seien vollständig von regionalen Fachbetrieben übernommen worden. „Das ist nicht nur nachhaltig, sondern stärkt auch die Region“, sagte Becker. Die Investitionen blieben vor Ort und sicherten Arbeitsplätze im Handwerk sowie bei den beteiligten Unternehmen.
Fotos: Thomas Kube