Höxter (red). Mitarbeitende und Eltern mehrerer katholischer Kindertageseinrichtungen in Höxter wollen am 1. April mit einer Kundgebung auf ihre Kritik am geplanten Kinderbildungsgesetz aufmerksam machen. Die Versammlung beginnt um 15 Uhr vor dem Haupteingang der Stadtverwaltung Höxter.
An der Aktion beteiligen sich die Einrichtungen St. Peter und Paul, St. Nikolai sowie der Kinderkreisel des Familienzentrums Civivo Höxter. Hintergrund ist der aktuell im Landtag beratene Gesetzentwurf zur Überarbeitung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz), der bei den Beteiligten auf deutliche Kritik stößt.
Stille Protestform als Zeichen der Kritik
Bereits im Vorfeld hatten sich Mitarbeitende und Eltern im Rahmen einer Kampagnenwoche beteiligt und ihren Protest in Form einer stillen Aktion zum Ausdruck gebracht. Mit Plakaten und begleitenden Informationen machten sie auf ihre Bedenken aufmerksam. Die gewählte Form des gemeinsamen Schweigens sollte die Sprachlosigkeit angesichts der geplanten Änderungen symbolisieren.
Die Initiative geht auf Mitarbeitervertretungen und Träger katholischer Kindertageseinrichtungen im Erzbistum zurück, die zu einer gemeinsamen Beteiligung aufgerufen hatten.
Kritikpunkte am Gesetzentwurf
Im Mittelpunkt der Kritik stehen mehrere Aspekte des geplanten Gesetzes. Die Beteiligten sehen unter anderem die Gefahr, dass durch eine stärkere Aufteilung der Betreuungszeiten in Kern- und Randzeiten häufiger wechselndes Personal eingesetzt wird. Dies könne aus ihrer Sicht die Bindung der Kinder an feste Bezugspersonen erschweren.
Zudem wird befürchtet, dass durch veränderte Zeitstrukturen weniger Raum für den Austausch zwischen Eltern und pädagogischem Personal bleibt. Auch die finanzielle Ausstattung der Einrichtungen wird kritisch bewertet. Insbesondere kleinere Kitas könnten nach Einschätzung der Träger stärker unter Druck geraten.
Darüber hinaus verweisen die Beteiligten auf steigende Kosten für Energie, Instandhaltung und Ausstattung, die nach ihrer Darstellung durch die aktuellen Zuschüsse nicht ausreichend gedeckt seien. Sie betonen die Bedeutung der Kindertageseinrichtungen als Bildungsorte und soziale Treffpunkte in Stadtteilen und Ortschaften.
Mit der Kundgebung am 1. April soll auf diese Punkte aufmerksam gemacht und ein Zeichen im laufenden Gesetzgebungsverfahren gesetzt werden.