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Samstag, 20. Juni 2026 Mediadaten
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Höxter (red). Erstmals wird der renommierte Anja-Niedringhaus-Preis für Mut im Fotojournalismus in Höxter verliehen. Das Forum Anja Niedringhaus lädt dazu am Samstag, 27. Juni 2026, um 13 Uhr zu einer öffentlichen Feierstunde ein. Ausgezeichnet wird die Fotojournalistin Johanna-Maria Fritz, Preisträgerin des Jahres 2025. Sie arbeitet für die Ostkreuz Agentur und berichtet schwerpunktmäßig über Krieg, Menschenrechte und soziale Themen. Derzeit ist sie vor allem in der umkämpften Ost-Ukraine tätig.

Mit Johanna-Maria Fritz erhält erstmals eine deutsche Fotografin den Anja Niedringhaus Courage In Photojournalism Award, der seit 2015 von der International Women’s Media Foundation (IWMF) verliehen wird. Die in Washington ansässige Organisation ehrt damit mutige Frauen im Fotojournalismus. Die Auszeichnung erinnert an das Leben und Werk der in Höxter geborenen Fotojournalistin Anja Niedringhaus (1965–2014), die 2014 in Afghanistan erschossen wurde.

Preisverleihung erstmals im Forum Anja Niedringhaus

Besonders freut sich der Verein Forum Anja Niedringhaus darüber, auch die US-amerikanische Fotografin Heidi Levine in Höxter begrüßen zu dürfen. Sie war die erste Preisträgerin des Anja-Niedringhaus-Preises. Levine reist aus Israel an, wo sie für „The Washington Post“ die Auswirkungen des Kriegs mit dem Iran dokumentiert.

Höxters Bürgermeister Daniel Hartmann wird zu Beginn der Feierstunde ein Grußwort sprechen. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von der Musikschule Höxter. Bei der Preisverleihung wird Johanna-Maria Fritz über ihre Arbeit in Krisen- und Kriegsgebieten sprechen und eine Auswahl ihrer Bilder zeigen.

Auszeichnung für Bilder aus dem Sudan

Johanna-Maria Fritz erhielt den Preis für ihr Portfolio „Al Naw: Das letzte Krankenhaus“. Die Bilder geben erschütternde Einblicke in eine der weltweit am meisten vernachlässigten humanitären Krisen im Sudan. Vor Beginn des Ukraine-Kriegs berichtete sie unter anderem aus Afghanistan und über den Sturz des Assad-Regimes in Syrien.

Ihre Arbeiten erscheinen regelmäßig in der „Zeit“, im „Spiegel“, im „Stern“ sowie in internationalen Medien wie „Le Monde“. Zudem wurden ihre Fotografien weltweit in Museen, Galerien und auf Festivals gezeigt. 2024 erhielt sie für ihre Fotos aus der Ukraine den World Press Photo Award.

Der Anja-Niedringhaus-Preis wurde nach dem Tod von Anja Niedringhaus ins Leben gerufen und mit einer Spende von einer Million US-Dollar der Howard G. Buffett Foundation ausgestattet. Die Preisträgerin erhält ein Preisgeld von 20.000 US-Dollar. Howard G. Buffett, selbst Fotograf, hatte im Forum Anja Niedringhaus im Jahr 2023 seine Bilder aus der Ukraine ausgestellt.

„Ich glaube, wir hätten viel miteinander zu besprechen gehabt“

Als Anja Niedringhaus 2014 in Afghanistan erschossen wurde, studierte Johanna-Maria Fritz noch an der Ostkreuzschule für Fotografie. Die beruflichen Wege der beiden Fotografinnen kreuzten sich nicht. „Es macht mich traurig, dass ich Anja Niedringhaus nie kennenlernen konnte“, sagt Johanna-Maria Fritz. „Gerade heute, nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre, hätte ich mich sehr gerne mit ihr ausgetauscht.“

Es gebe nicht viele deutschsprachige Frauen, die über einen so langen Zeitraum aus Kriegs- und Krisengebieten berichteten. „Oft hätte mich interessiert, wie Anja Niedringhaus mit bestimmten Situationen umgegangen ist, wie sie Entscheidungen getroffen hat und wie sie es geschafft hat, diesen Beruf über so viele Jahre auszuüben“, sagt Johanna-Maria Fritz. „Ich glaube, wir hätten viel miteinander zu besprechen gehabt.“

Anja Niedringhaus bleibt in Höxter präsent

Für Heide Ute Niedringhaus, die Mutter von Anja Niedringhaus, ist es eine „besondere Ehre, dass die Verleihung des Anja-Niedringhaus-Preises für Mut im Fotojournalismus erstmals in Höxter stattfindet“. Sie verweist darauf, dass die erste Preisverleihung 2015 in Berlin erfolgte und die Feierstunden der darauffolgenden Jahre in Washington und New York stattfanden. „Anja war ihrer Heimatstadt Höxter immer sehr verbunden, das Forum Anja Niedringhaus ist der perfekte Ort, um den zu ihrem Gedenken ins Leben gerufenen Preis zu verleihen.“

Das im Jahr 2023 eröffnete Forum Anja Niedringhaus bewahrt das Andenken der Fotojournalistin und widmet sich als Kultur- und Begegnungsort den vielfältigen Facetten der Fotografie. Anja Niedringhaus gilt weltweit als Vorbild für Fotografinnen. 2005 erhielt sie als erste deutsche Frau den Pulitzer-Preis für aktuelle Fotoberichterstattung. Im selben Jahr würdigte die International Women’s Media Foundation ihre Arbeit in der Männerdomäne Kriegsfotografie.

Fotos: Privat,Yevhen Alkhimov, Peter Dejong

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