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Dienstag, 04. Mai 2021 12:20 Uhr

Bildungscoach für Digitalisierung Kerstin Eller: „Wir müssen Bildung neu denken“

Kreis Höxter (red). „Der Bildungscoach für Digitalisierung fördert den Einsatz digitaler Medien in Lehr- und Lernprozessen sowie die Entwicklung digitaler Kompetenzen aller am schulischen Bildungsprozess Beteiligten.“ Wie lebendig und zielstrebig solch eine sachliche Formulierung aus der Ausschreibung der Stelle in die Tat umgesetzt werden kann, beweist eindrucksvoll Kerstin Eller aus Brakel. Sie ist nun seit einem halben Jahr als digitaler Bildungscoach am Berufskolleg Kreis Höxter tätig – Zeit für eine erste Bilanz. 

„Wir sind sehr glücklich, dass wir die Chance bekommen haben, am Berufskolleg Kreis Höxter solch ein bundesweit einmaliges Projekt an den Start bringen zu können“, sagt Kreisdirektor Klaus Schumacher als Leiter des Fachbereichs Bildung und Kreisentwicklung. „Erneut können wir damit unter Beweis stellen, welch hohen Stellenwert die Bildung bei uns im Kulturland Kreis Höxter besitzt.“ Sein Dank gilt vor allem Dr. Burghard Lehmann, dem ehemaligen Geschäftsführer der Osthushenrich-Stiftung, sowie seiner Nachfolgerin Claudia Holle. Die Osthushenrich-Stiftung unterstützt Projekte zur Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen in Ostwestfalen-Lippe. „Ohne die Förderung des dreijährigen Projekts mit insgesamt 112.000 Euro wäre eine Umsetzung nicht möglich gewesen“, so Schumacher. Digitale Kompetenz erforderlich 

Dabei geht es um die „digitale Kompetenz“, also die Fähigkeit aller in der Institution Schule agierenden Personen, digitale Technik zu nutzen, sie zu verstehen, zu bewerten und zu gestalten. „Dies ist nicht nur der Schüssel für erfolgreiche Lehr- und Lernprozesse, sondern auch für eine Gesellschaft und berufliche Welt, die im Zuge des digitalen Wandels digitale Kompetenz einfordert“, erläutert Schulleiter Michael Urhahne. Eine Befragung von Schülerinnen und Schülern am Berufskolleg habe gezeigt, dass 80 Prozent von ihnen die Bedeutung digitaler Medien in ihrem späteren Berufsleben als hoch einschätzen. „Sie haben deshalb einen Weiterbildungsbedarf in nahezu allen Bereichen formuliert, dem wir mit Hilfe von Kerstin Eller vorbildlich gerecht werden können.“ Digitale Medien zielgerichtet einsetzen 

Als „echten Glücksgriff“ sieht auch Gabriele Böker, Leiterin der Abteilung Schule und Kultur des Kreises Höxter, Kerstin Eller. „Mit ihr als Digitalem Bildungscoach werden die jungen Menschen schwerpunktmäßig im sozialen Bereich noch besser auf die flexiblen Anforderungen der Arbeitswelt vorbereitet.“ Hierbei gehe es nicht ausschließlich um den technischen Aspekt, sondern auch um Kompetenzen wie das kritische und interdisziplinäre Denken, die Kreativität, die Fähigkeiten, Probleme zu lösen und Kommunikationsstärke zu entwickeln. „Sie benötigen eine professionelle Anleitung, die sie dabei unterstützt, Funktions- und Wirkungsweisen digitaler Medien kennenzulernen, sie zu verstehen, kritisch zu reflektieren sowie zielgerichtet und verantwortungsvoll in Lern- und Bildungsprozessen einzusetzen“, so Böker. „Für mich war es wie ein Sprung ins kalte Wasser“, sagt Kerstin Eller, die nach 20 Jahren im Marketing, zuletzt als Art Direktorin einer Agentur, nach neuen Herausforderungen gesucht hat. „Die lange Erfahrung im digitalen Umfeld hat mir den Start allerdings genauso erleichtert wie meine Offenheit für technologische Entwicklungen“, berichtet sie. Die Arbeit mit Menschen mache ihr riesigen Spaß – egal, ob sie mit Schülerinnen und Schülern Projekte umsetzt oder die Lehrenden praxisnah berät und fortbildet. „Über allem steht für mich immer die Frage: Was können wir im Unterricht noch verbessern? Wie können digitale Medien sinnvoll genutzt werden?“ „Wir können online!“ 

Ihre „Feuertaufe“ hat sie bereits am digitalen Tag der offenen Tür des Berufskollegs Kreis Höxter Ende Januar bestanden, der aufgrund der Corona-Pandemie ohne einen einzigen Besucher vor Ort stattgefunden hat. „Das war für mich ein riesiges Erlebnis, mit welchen Engagement und Ideenreichtum sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrenden mitgemacht haben, um ihre Schule auf diese völlig neue Weise vorzustellen“, erinnert sich Eller. „Da haben wir alle gemeinsam festgestellt: Wir können online!“ Die Begeisterung der jungen Menschen und die Bereitschaft, sich voll einzubringen, um die Schule auf verschiedenen Social-Media-Kanälen zu präsentieren, habe sie selbst mitgerissen. „Nach diesem erfolgreichen Mega-Projekt, das mir viele Türen geöffnet hat, wissen alle, was ich mache“, blickt sie mit einem Augenzwinkern zurück. Und mehr als 1.500 virtuelle Besucher seien der verdiente Lohn für diesen riesigen Aufwand gewesen. 

Ohne Frage habe Corona die intensivere Nutzung der modernen Medien enorm beschleunigt. „Man denke nur an das Home-Schooling, das hat einen enormen Schub gegeben.“ Trotzdem sieht Kerstin Eller noch Erweiterungspotential: „Das ist das Spannende an meiner neuen Tätigkeit, die technischen Möglichkeiten in den schulischen Kontext einzubringen und dieser Schule somit auch in Zukunft zu ermöglichen, ihrem guten Ruf gerecht zu werden.“ Dass sie nicht mehr mit dem Auto nach Paderborn zur Arbeit fahren muss, sondern jetzt mit dem Fahrrad in die Schule kommt, ist für die 45-Jährige, die mit ihrer Familie in Brakel lebt, ein angenehmer Nebeneffekt.


Foto: Kerstin Seibert

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