Kreis Höxter/Berlin (red). Seit weit über einem Jahr erlebt Deutschland eine akute Medikamentenknappheit. Fiebersäfte, Schmerzmittel, Cholesterinsenker, Insulin, Antibiotika und Krebsmedikamente sind vielerorts Mangelware. Ein Ende der Mangelwirtschaft ist nicht absehbar. Diese Versorgungsunsicherheit belastet Patienten, Apotheker und Ärzte. Besonders belastend ist die Mangelsituation für chronisch und schwer kranke Menschen, die auf ihre gewohnten Arzneimittel verzichten müssen, sowie für Familien mit kleinen Kindern. Teilweise führt die schwer erträgliche Situation sogar zu „Hamsterkäufen“, was die Medikamentenknappheit noch erhöht und mit unnötigen Kosten einhergeht.

 Der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Haase erklärt:

„Durch das „GKV-Finanzstabilisierungsgesetz“ wurde die allgemeine Versorgungslage sogar noch verschärft: Indem die Ampel die Vergütungsregelungen für Apotheken durch zusätzliche Abschlagszahlungen verschlechterte, hat sich die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken verschärft. Damit beschleunigt die Bundesregierung das Apothekensterben und gefährdet die Versorgung, insbesondere im ländlichen Raum.“

Durch die weitere Verschärfung der Finanzierungsregelungen für pharmazeutische Unternehmen, etwa bei der Preisbildung von Arzneimitteln, wird zudem der Pharma-Standort Deutschland unattraktiver. Auch das im Sommer 2023 von der Ampel beschlossene „Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz“ löste die bestehenden Probleme und Lieferengpässe nicht ansatzweise, da das Gesetz keine Sofortmaßnahmen ergreift, um der Situation zielgerichtet Herr zu werden.

„Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, unverzüglich den Pharmadialog wieder aufzunehmen. Der sich zunehmend verschärfende Medikamentenmangel in Deutschland gefährdet die Versorgungssicherheit und damit Menschenleben. Dieser Situation muss endlich mit wirksamen Maßnahmen begegnet werden. Die Bundesregierung tut zu wenig, um den Medikamentenmangel in Deutschland effektiv zu begegnen. Wir fordern mehr Entscheidungsspielraum für Apothekerinnen und Apotheker bei der Herausgabe von vergleichbaren Medikamenten. Ein EU-weites Frühwarnsystem bei Lieferengpässen soll künftige Versorgungsunsicherheiten frühzeitig erkennen. Darüber hinaus braucht es ein Belastungsmoratorium für Apotheken, um sie von überbordender Bürokratie zu schützen“, so Haase.

Foto: Tobias Koch